Haussperling mWeinger Vögel, dafür mehr Naturinteressierte - das endgültige Resultat der "Stunde der Wintervögel" (4. bis 6. Januar 2019). Rekord, Rekord: Knapp 138.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde haben aus 94.900 Gärten und Parks mehr als 3,5 Millionen Vögel gemeldet. Der Haussperling konnte seine Spitzenposition der Vorjahre verteidigen. Große Sorgen macht den NABU-Vogelschutzexperten die Amsel.

Foto - Klaus Rost: Haussperling-Männchen auf einem Astzweig sitzend

29. Januar 2019: Immer weniger Wintervögel sind in Gärten und Parks zu sehen - das zeigt das Endergebnis der neunten "Stunde der Wintervögel". Mit der Teilnehmerzahl bei Deutschlands größter wissenschaftlichen Mitmach-Aktion geht es dagegen weiter nach oben: Fast 138.000 Teilnehmer haben ihre Vogelsichtungen dem NABU und seinem bayerischen Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) gemeldet. Das ist ein neuer Rekord und Zeigt, wie groß das Interesse an der heimischen Natur ist. Darüber freuen wir uns sehr. Gut für unsere Vögel wäre es auch, wenn immer mehr Menschen ihre Gärten als Mini-Naturschutzgebiete sehen und sie vogelfreundlich gestalten.

Bei den Top 5 der Wintervögel liegt auch 2019 der Haussperling an erster Stelle, dankach folgen Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise und Amsel.

Weniger erfreulich ist das Ergebnis der Vogelzählung. Die Gesamtzahl der pro Garten gemeldeten Vögel liegt mit nur 37,1 unter dem langjährigen Mittel. Sie ist die zweitniedrigste Zahl nach dem Rekordminusjahr von 34,4 im Jahr 2017. 2011 wurden noch fast 46 Vögel pro Garten gemeldet. Der Grund für diesen deutlichen negativen Trend liegt vor allem in den milden Wintern der vergangenen Jahre, die auf einige harte Winter in den Anfangsjahren der Zählaktion folgten. Damit kommen weniger Vögel in die Gärten, weil sie in schneefreien Wäldern noch genug zu fressen finden.

Ob auch ein tatsächlicher Rückgang an Vögeln die Ursache sein könnte, muss in Zukunft aufmerksam verfolgt werden. Zudem sind offenbar weniger Vögel aus dem Norden und Osten Europas nach Deutschland gekommen, da der Winter in ganz Europa eher mild war. Aus diesen Gründen wurden besonders von den klassischen Futterhausbesuchern wie Kohlmeisen, Blaumeisen, Sumpf- und Tannenmeisen deutlich weniger Exemplare gezählt. Der Trend geht eindeutig zu milderen Wintern mit weniger Meisen in den Gärten. Auch die Zahlen anderer Waldvögel wie Kleiber, Eichelhäher, Buntspecht und Gimpel liegen niedriger als im langjährigen Mittel.

Große Sorgen macht den NABU-Vogelschutzexperten die Amsel. Sie fuhr mit nur 2,67 Vögeln pro Garten bei der Stunde der Wintervögel 2019 ihr bisher schlechtestes Ergebnis ein. Der sehr trockene Juli 2018 war schlecht für das Überleben der Jungvögel, da die Amseln kaum Regenwürmer finden konnten. Doch der Hauptgrund führte die im Sommer 2018 grassierende Usutu-Epidemie sein. Das zeigt sich besonders an den Meldungen aus Hamburg, wo im Sommer bundesweit auch die meisten toten Amseln gemeldet worden waren. Dort gab es mit nur noch 2,01 Amseln pro Garten einen Verlust von 42 Prozent. Ein extremer Rückgang - noch in keinem Jahr waren zuvor weniger als 3,4 Amseln pro Garten gesehen worden.

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