2014_05_Pirol-Maennchen_vogelwarte.ch_3660_0Ende April. Gemeinsam mit einigen Gartenfreunden stand ich auf einem Spielplatz unter großen Kastanienbäumen und wartete auf die Einteilung der Arbeiten für die obligatorischen Gemeinschaftsstunden, als ein sich mehrfach wiederholender melodisch klingender Vogelruf aus den Baumwipfeln erklang. Ein Gartenfreund meinte, „der Pfingstvogel" sei da. Keinem der versammelten Gartenfreunde war ein Vogel mit so einem Namen bekannt. Doch ich konnte aufklären. „Wenn ihr diesen Vogel auch noch nicht gesehen habt, aber sein richtiger Name ist euch bestimmt aus einer früheren Tankwerbung bekannt. Es ist der „Minol ....."

Foto: Pirol-Männchen / www.vogelwarte.ch

2014_04_Klappergrasmuecke_LBT120_lozIn der vorangegangenem Ausgabe haben wir die Mönchs- und Gartengrasmücke kennengelernt und dabei festgestellt, dass der deutsche Name für die Gattung Grasmücken „weder zu Gras noch zu Mücke eine Beziehung hat; er stammt vielmehr aus dem Mittelhochdeutschen und setzt sich zusammen aus gra und smiegen, also Gra-smige, graue Schlüpferin, graue Smiege."

Wenn auf den ersten Blick unverständlich erscheinend und nicht auf „Anhieb" zu erklären, ist der Name doch eine recht treffende Bezeichnung zweier hervortretender Eigenschaften, nämlich der unscheinbaren Gefiederfärbung und der Gewandtheit, mit der sich die Vögel auch im dichtesten Gestrüpp zu bewegen vermögen.

Foto - LBT, Wikipedia: Klappergrasmücke

2014_03_Samtkopfgrasmuecke_Andreas-TrepteWenn von Grasmücken die Rede ist, dann handelt es sich nicht, wie der Laie vielleicht meinen mag um Insekten, sondern in Fachkreisen sind diese auch unter dem Begriff Graue Schlüpfer bekannt. Der Name Grasmücke kommt aus dem Althochdeutschen von Grasmucka = Grauschlüpfer. Die Grasmücken sind mehr oder weniger graubraun gefärbte Singvögel, die geschickt durch niedrige Dickichte schlüpfen. Grasmücken leben in Wäldern und dichtem Gebüsch, einige Arten kommen gerne in Gärten. Ihr Gesang ist oft laut und charakteristisch, so dass man sie daran gut erkennen und unterscheiden kann.

Foto: Andreas Trepte - Samtkopfgrasmücke / CC-BY-SA-3.0

2014_02_Sperber_Eddy_Van_3000Aufgeregtes Kreischen von Kleinvögeln ist plötzlich aus einem Gebüsch zu hören. Ein etwa taubengroßer brauner Vogel hat sich in einen Busch gestürzt und fliegt jetzt mit schnellen Flügelschlägen und einem Haussperling im Fang nur einige Meter weiter auf einen Baumstumpf. Federn stieben, der Sperber hat mit seiner rasanten Jagd wieder einmal Erfolg gehabt und beginnt gleich damit, seine Beute zu rupfen. Die Aufregung, der mit dem Schrecken davon gekommenen Vögel, dauert noch lange an.

Foto - Eddy van 3000, Wikipedia: Sperber / CC-BY-SA-2.0

2014_01_Gruenspecht_Hellwig_03_vgrue-10-11Im Gegensatz zu den in der Vergangenheit ausgewählten Vogelarten, die mehr oder weniger nicht so bekannt waren, wurde für 2014 eine Vogelart ausgewählt, die in der Öffentlichkeit bereits einen größeren Bekanntheitsgrad hat. Der Grünspecht ist "Vogel des Jahres" und damit Nachfolger der Bekassine. Das haben die Naturschutzverbände (NABU) und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV) verkündet. Der Vogel steht ausnahmsweise nicht auf der Roten Liste. Bedroht ist er trotzdem. Mit der Auswahl dieses Vogels will man auf das Verschwinden der Streuobstwiesen hinweisen - den Lieblingsort des bunt gefiederten Jahresvogels. Das Interesse am Obstbau sinke, weil Äpfel und Birnen im Supermarkt günstig zu haben seien. Seit 1950 sind bereits 70 Prozent der deutschen Streuobstflächen verschwunden. Die noch vorhandenen müssten unter Naturschutz gestellt werden, so die Kernaussage der Naturschutzverbände.

Foto - Hans-Jörg Hellwig: Grünspecht / CC-BY-SA-3.0

2013_12_Eulenschild_Klaus-Rost_3656Bei Erkundungen in der Natur begegnet man oft einem gelben Schild mit einer stilisierten schwarzen Eule darauf. Wie und warum kam die Eule auf das Schild? "Erfunden" wurde die Naturschutzeule im Jahr 1950 von Kurt Kretschmann, der damals Naturschutzbeauftragter des Brandenburger Landkreises Oberbarnim war. Auf der Suche nach einem einprägsamen Zeichen zur Kennzeichnung von Broschüren und Naturdenkmälern wählte er die Waldohreule als prägnantes Symbol. Später arbeitete Kurt Kretschmann mit am neuen DDR-Naturschutzgesetz und das Schild mit der Eule wurde zum offiziellen Schutzzeichen.

Foto: Klaus Rost

2013_11_Goldammer_Emberiza_citrinella_1_Martin_MecnarowskiDort wo unsere Kleingärten an offene, wechselvolle Landschaften anschließen, an ländliche Wohnlagen und an Feldfluren, kann man auf einen sperlingsgroßen gelben Vogel stoßen - die Goldammer. Eine mit Büschen, Hecken, Gehölzen und Brachflächen durchsetzte Landschaft, mit Bäumen bestandene Landstraßen, Waldränder, leicht „verwilderte" Bauerngärten mit alten Obstbäumen, Unterholz und Brombeerhecken etc. bieten der Goldammer Unterschlupf und Nahrung. Aufmerksam wird man auf die Goldammer auch durch den Gesang, der von Ende Februar bis in den Herbst meist von einer erhöhten Warte aus vorgetragen wird.

Foto: Martin Mecnarowski

2013_10_Wacholderdrossel_Turdus_pilaris_Arnstein-RonningJetzt, in der beginnenden kälteren Jahreszeit, fallen uns Schwärme von drosselgroßen Vögeln mit einer kontrastreichen Färbung auf, welche uns in der übrigen Jahreszeit, da sie dann in unserer Gegend eher als einzelne Exemplare anzutreffen sind, nicht so gegenwärtig sind. Im Oktober ziehen die nordischen Wacholderdrosseln südwärts in die Winterquartiere nach West- und Südeuropa. Sie erscheinen dann als Durchzügler und Wintergast. Besonders wenn sich Zuzügler aus Skandinavien bei uns niederlassen und sich in mehr oder weniger großen Schwärmen über Wacholder-, Sanddorn- oder Holunderbeeren hermachen. Die heimischen bei uns brütenden Wacholderdrosseln überwintern oftmals auch in Mittel- und Südwesteuropa sowie im Mittelmeerraum.

Foto: Arnstein Ronning / CC-BY-SA-3.0

2013_09_Uferschwalbe_Durzan_Cirano_wiki_SVANOK_1Im September wird die Hauptzugzeit eingeläutet, in der uns die Mehrheit der Zugvögel verlässt. Der Abzug vollzieht sich nicht so auffällig wie die Ankunft im Frühjahr, denn Zugvögel melden sich nicht ab. Sie sind einfach verschwunden und das wird dem Beobachter erst viel später bewusst. Zurück bleiben höchstens einige Nachzügler, deren Junge einer Spätbrut noch nicht kräftig genug für die große Reise sind. Vielleicht handelt es sich auch um Vögel, die durch günstige Verhält­nisse in ihrem Lebensraum zur Überwinterung angeregt werden. Im letzten Winter waren es Ringeltauben, die verstärkt bei uns überwinterten. Eigentlich ziehen sächsische Ringeltauben, als Kurzstreckenzieher, an die Atlantikküste, um dort den Winter zu verbringen. Auch Rotmilane konnten fast ganzjährig, wenn auch nicht so häufig, beobachtet werden. Selbst ein Hausrotschwanz ging Mitte Januar bei Markranstädt einem Vogelberinger ins Netz.

Foto - Durzan Cirano: Uferschwalbe / CC-BY-SA-3.0
 

2013_08_Rauchschwalbe_H.HoffmeisterSchwalben zählten in der Vergangenheit als Siedlungs- und Kulturfolger des Menschen auch in der Öffentlichkeit wohl zu den bekanntesten Vogelarten. Sie sind mit Ausnahme der ozeanischen Inseln und arktischer sowie antarktischer Gebiete über die ganze Welt verbreitet. Schwalben als ausgesprochene Zugvögel verbringen ihre Brutzeit während der warmen Monate in Mitteleuropa und überwintern im südlichen Afrika. Im August erfüllten Familienschwärme die warme Sommerluft und zu hunderten saßen sie im Herbst auf den Telegraphendrähten. Doch so idyllisch wie vor wenigen Jahrzehnten ist die Schwalbenwelt nicht mehr. Zu den hierzulande im Binnenland bekanntesten Arten zählen die Rauchschwalbe und die Mehlschwalbe. Weniger bekannt und auch insgesamt weitaus seltener ist in Deutschland die Uferschwalbe. Rauch- und Mehlschwalbe brüten an und in Gebäuden und sind uns daher häufig gegenwärtig.

Foto - Lanzi: Rauchschwalbe / CC-BY-SA-3.0

2013_07_Graureiher_J.M.Garg_wikipediaAn Flüssen, Bächen, Seen, Teichen und selbst an den kleinsten Gewässern stellt sich ein großer grauweiß aussehender Vogel mit langen Beinen und langem Hals ein. Er ist kein Gartenvogel. Doch ist er auch hier oft auf Nahrungssuche zu beobachten. Vor allem, wenn sich Teiche in unseren Gärten befinden, in denen sich Goldfische, Kois u.a. Fische tummeln. Sicher wissen sie bereits, um welchen Vogel es sich handelt. Es ist der Graureiher oder auch Fischreiher genannt. Der Graureiher ist neben Kranich und Storch unser drittgrößter einheimischer Vogel. Seinen Namen hat er von der Farbe seines Gefieders. Trotzdem sind diese großen Vögel ziemlich leicht. Ein ausgewachsener Graureiher bringt nur etwa 1 bis 2 kg auf die Waage. Seine Flügelspannweite beträgt 155 bis 175 cm.

Foto - J.M.Garg: Graureiher / CC-BY-SA-3.0