2019 06 Steinkauz Artur Mikolajewski CC BY 3.0Mit seinen ca. 22 cm ist der Steinkauz (Athene noctua) noch nicht einmal so groß wie unsere heimische Amsel. In Sachsen ist er vom Aussterben bedroht. Auf der Liste der Brutvogelkartierung wird 2013 sein Bestand mit 3 bis 6 Brutpaaren ausgewiesen. Auch deutschlandweit ist er stark gefährdet.

Er steht wie kein anderer Vogel für den Lebensraum Streuobstwiese. Er ist ein Brutvogel der bäuerlichen Kulturlandschaft. Seit vielen Jahrhunderten hat er in direkter Nachbarschaft zum Menschen gelebt; insbesondere als Gebäudebrüter (Untermieter in Scheunen, Kapellen, Viehställen, Weinkellern usw.) worauf der Name „Stein“kauz hindeutet.

Foto - Artur Mikolajewski: Steinkäuze auf der Dachrinne / CC-BY-SA-3.0

2019 05 Waldkauz Chrumps CC BY SA 3.0Der Waldkauz (Strix aluco) ist die häufigste der europäischen Eulen. Überall im Bergland sowie in der Ebene bewohnt er Parkanlagen, Haine, Gärten, Nadel- und Laubwälder und hält sich mitunter auch in Ortschaften auf. Er ist, mit Ausnahme der nördlichen Gebiete, in fast ganz Europa sowie in Nordwestafrika und in einigen Gegenden Asiens verbreitet.

Der Waldkauz ist an seinem großen runden Kopf und seinen schwarzen Augen zu erkennen. Alle anderen Eulen, mit Ausnahme des Habichtskauzes und der durch den herzförmigen Schleier unverwechselbaren Schleiereule, haben eine gelbe oder orangefarbene Iris.

Foto - Chrumps: Waldkauz / CC-BY-SA-3.0

2019 04 Waldohreule de user Sascha Roesner CC BY SA 3.0Machen wir uns schlau über die Waldohreule (Asio otus), dem kleineren Abbild des Uhus. Mit einer Länge von 35 bis 37 cm und einer Spannweite von 84 bis 95 cm ist die Waldohreule etwa so groß wie die Schleiereule. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden. Das Weibchen wiegt mit durchschnittlich 300 g etwa 50 g mehr als das Männchen. Besondere Merkmale der Waldohreule sind die orangegelben Augen und die langen Federohren, die jedoch im Flug und im Ruhezustand ganz angelegt werden können. Entgegen der landläufigen Meinung haben die auffälligen Ohrpinsel, denen die Waldohreule ihren Namen verdankt, nichts mit dem Gehör zu tun, sondern sind reines „Schmuckwerk“. Mit den echten Ohren seitlich am Kopf hört sie selbst das leiseste Quieken einer weit entfernten Wühlmaus. Zur Verstärkung der Hörleistung dient vielmehr der bei der Waldohreule auffällige Gesichtsschleier.

Foto - Sascha Roesner: Waldohreule / CC-BY-SA-3.0

2019 03 Raufusskauz im Flug C.Robiller www.naturlichter.de CC BY SA 3.0Der Rauhfußkauz (Aegolius funereus) ist ein verhältnismäßig seltener Vogel. Der im Frühling und mitunter auch im Herbst seine Anwesenheit durch ein dreisilbiges „Du-Du-Du“, das an den Ruf des Wiedehopfes erinnert, verrät. Ein eigener Horst wird nicht gebaut. Er nistet vor allem in hohlen Bäumen, am liebsten in alten Spechthöhlen. Im April bis Mai legt das Weibchen auf den bloßen Höhlenboden 4 bis 6 weiße Eier, die es selbst 25 bis 31 Tage bebrütet. Auch hier erfolgt der Bebrütungsbeginn mit der Ablage des ersten Eies. Nach weiteren 30 Tagen elterlicher Fürsorge verlassen die Jungen die Höhle, werden jedoch von den Altvögeln noch eine längere Zeit geatzt (gefüttert).

Foto - C. Robiller, www.naturlichter.de: Rauhfußkauz im Flug / CC-BY-SA-3.0

2019 02 Schleiereule Luc Viatour CC BY SA 3.0Im Gegensatz zur Waldohreule ist die Schleiereule (Tyto alba) ein Gebäudebrüter und wohl auch die schönste unserer Eulen. Mit 33 bis 38 cm ist sie etwa so groß wie die Waldohreule. Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden. Das Weibchen wiegt mit durchschnittlich 340 g nur wenig mehr als das Männchen (315 g).

Charakteristisch für die Schleiereule sind die schwarzen Augen und der typische herzförmige Gesichtsschleier, nach dem sie ihren Namen hat und durch dessen Form und Farbe sie leicht von allen anderen Eulen zu unterscheiden ist.

Foto - Luc Viatour: Schleiereule im Flug / CC-BY-SA-3.0

2019 Feldlerche Hajotthu CC BY SA 3.0Wiesenvögel in Gefahr! Wiesenbrütende Vögel sind oft leichter zu hören als zu sehen. Sie kommen im Februar und März aus ihren südlichen Überwinterungsorten zurück und beginnen bald danach mit ihrer Brut. Man findet sie in Wiesen, offenem Brachland und extensiv bewirtschafteten Weiden und Feldern. Wenn eine Art zweimal innerhalb von 20 Jahren zum Vogel des Jahres gewählt wird, dann muss es um seinen Bestand prekär bestellt sein. Der alarmierende Rückgang der Bestände dieses früheren Allerweltsvogels habe sich seit der ersten Wahl vor 20 Jahren (1998) fortgesetzt.

Foto - Hajotthu: Feldlerche am Boden sitzend / CC-BY-SA-3.0

2018 12 Aaskraehe Rabenkraehen Morphe Ian Kirk CC BY 2.0Vielleicht sagt Ihnen der Name Aaskrähe nicht viel, aber zur Aaskrähe gehören zwei Rassen, die Rabenkrähe und die Nebelkrähe. Diese Namen haben Sie jedoch bestimmt schon einmal gehört.

Die Aaskrähe ist in ganz Europa stark verbreitet. Es gibt zwei Unterarten – die schwarze Rabenkrähe (Corvus corone corone), die West- und Südwesteuropa sowie einen Teil Mitteleuropas bewohnt, und die graue Nebelkrähe (Corvus cornix cornix), die im westlichen Europa beheimatet ist, aber auch in Schottland und Irland vorkommt. Die Verbreitungsgebiete dieser beider Arten überlappen sich nur in Mitteleuropa. Die Grenze dieser beiden Rassen in Deutschland bildet die Elbe.

Foto - Ian Kirk: Aaskrähe; Rabenkrähen-Morphe / CC-BY-2.0

2018 11 Saatkraehe Rafal Komorowski CC BY SA 4.0Zu Wintersanfang erscheinen große Schwärme von Saatkrähen (Corvus frugilegus), die aus Nord- und Osteuropa südlich ziehen. Die Saatkrähen aus Mittel- und Westeuropa sind Strichvögel. Besonders am Abend kann man am Himmel riesige Schwärme dieser Vögel sehen, die sich tagsüber auf Feldern und Wiesen aufhalten und abends in größere Wälder und Parks fliegen, um dort auf den Bäumen zu übernachten. Fast immer haben sich Dohlen den Krähenscharen angeschlossen. Durch ihre hellen „Kjack-Rufe“, durch schnellere Flügelschläge und ihr kleineres Flugbild verraten sie jedem Kenner ihre Artzugehörigkeit.

Foto - Rafal Komorowski: Saatkrähe / CC-BY-SA-4.0

2018 10 Kranichtanz Frank Liebig CC BY SA 3.0deDer Herbst ist die Zeit des Vogelzuges. Größere Vogelschwärme, die in schräger oder keilförmiger Flugordnung (an eine EINS erinnernd) und mit schmetterndem trompetenartigen Geschrei über uns hinziehen, erwecken unsere Aufmerksamkeit. Sie kommen aus ihrer nördlichen Brutheimat, Skandinavien, dem Baltikum sowie dem nördlichen Russland und überqueren dabei Deutschland. Diese eindrucksvollste Vogelart, der wir in unserer Heimat begegnen können, ist zweifellos der 120 bis 130 cm große Kranich (Grus grus).

Foto - Frank Liebig: Tanz der Kraniche / CC-BY-SA-3.0de

2018 09 Eulen gesamtDie ähnliche Lebensweise und besonders die auffallende Ähnlichkeit der Nahrungsbeschaffung und -zusammensetzung führten zu der Ansicht, dass Greifvögel und Eulen nahe Verwandte seien. In Wirklichkeit sind sie sehr verschieden. Die Bezeichnung „Nachtgreifvögel“ ist darauf zurückzuführen, dass sie, ähnlich wie die Greifvögel, kräftige Läufe besitzen und mit nadelscharfen, bogenförmigen Krallen zum Ergreifen der Beutetiere geeignet sind, dass sie einen ähnlichen hakenförmig gebogenen Schnabel haben und dass ihre Nahrung zum größten Teil aus warmblütigen Wirbeltieren besteht. Eulen erreichen niemals die Dimensionen, die bei den größten Greifvögeln gegeben sind.

Abb.: https://www.ageulen.de

2018 08 Rebhuhn David Galavan CC BY 2.0Das Rebhuhn (Perdix perdix) als ursprünglicher Steppen- und Waldsteppenbewohner war einst ein häufiger Brutvogel sachsenweit bis in waldfreie Gebiete des Erzgebirgskammes. Es bevorzugt reich strukturiertes Offenland, das mit eingestreuten Hecken und kleinen Feldgehölzen, Feldwegen, Rainen, Brachen und Staudenfluren ganzjährig Nahrung und Deckung bietet. Auch werden Kiesgruben, Tagebauflächen, stark gegliederte Siedlungsränder und andere Sonderstrukturen, wie Industrie- und Gewerbebrachen, Flughäfen, aufgelassene Bahnanlagen, Truppenübungsplätze, Deiche u.ä. genutzt.

Foto- David Galavan: Rebhuhn in Irland / CC-BY-2.0