2019 12 Haubenlerche Artemy Voikhansky CC BY SA 4.0Nachdem zu Jahresanfang die Feldlerche (Alauda arvensis) als Vogel des Jahres 2019 ins Rampenlicht rückte, möchte ich heute die beiden anderen Lerchenarten, die als Brutvogel in Deutschland angetroffen werden, vorstellen.

Die Haubenlerche (Galerida cristata) ist von anderen Lerchenarten stets durch ihre Federhaube zu unterscheiden, auch wenn diese nicht gesträubt ist, ist sie deutlich erkennbar. Im Übrigen ist bei beiden Geschlechtern die Oberseite graubraun mit undeutlicher, dunkler Längsfleckung, die Unterseite ist hell sandfarben und der Kropf dunkel längsgefleckt. Der Schwanz ist kürzer als bei der Feldlerche und hat keine weißen Außenfedern.

Foto - Artemy Voikhansky: Haubenlerche auf Ast sitzend und singend / CC-BY-SA-4.0

2019 11 Sturmmoewe Billy Lindblom CC BY 2.0Die Sturmmöwe (Larus canus) ist eine mittelgroße Möwe, ähnlich der Silbermöwe, jedoch kleiner als diese, aber größer als eine Lachmöwe. Kopf, Rumpf und Schwanz sind weiß, Rücken und Flügeloberseite hellgrau gefärbt. Auf den schwarzen Flügelspitzen setzen sich jeweils ein größerer weißer Fleck auf den beiden äußersten Handschwingen und weitere weiße Punkte auf den folgenden Schwingen kontrastreich ab. Füße und Schnabel sind gelblichgrün gefärbt. Der Schnabel hat (im Gegensatz zur Silbermöwe) keinen roten Fleck. Im Ruhekleid sind Oberkopf und Nacken graubraun gestrichelt.

Foto - Billy Lindblom: Sturmmöwe im Flug / CC-BY-2.0

2019 10 Silbermoewe Aiwok CC BY SA 3.0Die am zahlreichsten vorkommende Seemöwenart und an den deutschen Küsten beheimatete Möwe ist die Silbermöwe (Larus argentatus), deren Name von der „silbergrauen“ Mantelfärbung abgeleitet ist.

Sie hat auch noch eine Anzahl von volkstümlichen Namen, deren Auflistung diesen Rahmen sprengen würde. Genannt seien nur Blaumantel, Haffmöwe oder Kulax.

Foto - Aiwok: Silbermöwe / CC-BY-SA-3.0

2019 09 Lachmoewen Frank Liebig CC BY SA 3.0deMöwen sind die wohl bekannteste Vogelart an nahezu allen Küsten der Erde. Es sind mittelgroße bis große Vögel. Unter der Vielzahl der verschiedenen Möwenarten gibt es nur wenige, die in Deutschland vorkommen und noch weniger (vier), die im Binnenland als Brutvogel auftreten.

Die Lachmöwe mit ihrem dunkelbraunen Kopf und die Silbermöwe mit dem roten Fleck auf dem Schnabel. Darüber hinaus die Sturmmöwe, die aussieht wie eine kleine Silbermöwe, nur, dass ihr der charakteristische rote Fleck fehlt und letztlich die der Lachmöwe sehr ähnlich aussehende Schwarzkopfmöwe.

Foto - Frank Liebig: Lachmöwe mit Fisch / CC-BY-SA-3.0de

2019 08 Nandu Gruppe bei Luedersdorf Florian Timm CC BY SA 2.0Nun möchte ich ihre Aufmerksamkeit auf eine Vogelart richten, die eigentlich in Südamerika beheimatet ist. Dabei handelt es sich um sogenannte Neozoen. Was sind Neozoen? Als Neozoen bezeichnet man Tierarten, die direkt oder indirekt durch die Wirkung des Menschen in andere Gebiete eingeführt worden sind und sich dort fest etabliert haben.

Foto - Florian Timm: Nandu-Gruppe bei Lüdersdorf in Mecklenburg-Vorpommern auf einem Acker / CC-BY-SA-2.0

2019 07 Kiebitz Maennchen BS Thurner Hof gemeinfreiWenn ich heute den Kiebitz vorstelle, dann geht es nicht um das Skatspiel, wo er häufig anzutreffen ist, sondern um den zur Vogelfamilie der Regenpfeifer gehörenden Vogel Kiebitz (Vanellus vanellus). Auch bei den Bauernregeln wird er oft zitiert: „Kiebitz tief und Schwalbe hoch, bleibt trocken das Wetter noch“.

Der Kiebitz ist mit einer Länge von 28 bis 32 cm ein etwa taubengroßer, kontrastreich schwarz-weiß gefärbter Watvogel mit einem Gewicht zwischen 180 und 280 Gramm mit anderen Arten kaum zu verwechseln. Kennzeichnend ist die lange dunkle Haube auf dem Kopf (Federholle). Im Brutkleid schimmert die dunkle Oberseite metallisch grün und violett, der Bauch ist weiß mit scharf abgegrenztem schwarzem Brustband.

Foto - BS Thurner Hof: Kiebitz-Männchen / GFDL

2019 06 Steinkauz Artur Mikolajewski CC BY 3.0Mit seinen ca. 22 cm ist der Steinkauz (Athene noctua) noch nicht einmal so groß wie unsere heimische Amsel. In Sachsen ist er vom Aussterben bedroht. Auf der Liste der Brutvogelkartierung wird 2013 sein Bestand mit 3 bis 6 Brutpaaren ausgewiesen. Auch deutschlandweit ist er stark gefährdet.

Er steht wie kein anderer Vogel für den Lebensraum Streuobstwiese. Er ist ein Brutvogel der bäuerlichen Kulturlandschaft. Seit vielen Jahrhunderten hat er in direkter Nachbarschaft zum Menschen gelebt; insbesondere als Gebäudebrüter (Untermieter in Scheunen, Kapellen, Viehställen, Weinkellern usw.) worauf der Name „Stein“kauz hindeutet.

Foto - Artur Mikolajewski: Steinkäuze auf der Dachrinne / CC-BY-SA-3.0

2019 05 Waldkauz Chrumps CC BY SA 3.0Der Waldkauz (Strix aluco) ist die häufigste der europäischen Eulen. Überall im Bergland sowie in der Ebene bewohnt er Parkanlagen, Haine, Gärten, Nadel- und Laubwälder und hält sich mitunter auch in Ortschaften auf. Er ist, mit Ausnahme der nördlichen Gebiete, in fast ganz Europa sowie in Nordwestafrika und in einigen Gegenden Asiens verbreitet.

Der Waldkauz ist an seinem großen runden Kopf und seinen schwarzen Augen zu erkennen. Alle anderen Eulen, mit Ausnahme des Habichtskauzes und der durch den herzförmigen Schleier unverwechselbaren Schleiereule, haben eine gelbe oder orangefarbene Iris.

Foto - Chrumps: Waldkauz / CC-BY-SA-3.0

2019 04 Waldohreule de user Sascha Roesner CC BY SA 3.0Machen wir uns schlau über die Waldohreule (Asio otus), dem kleineren Abbild des Uhus. Mit einer Länge von 35 bis 37 cm und einer Spannweite von 84 bis 95 cm ist die Waldohreule etwa so groß wie die Schleiereule. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden. Das Weibchen wiegt mit durchschnittlich 300 g etwa 50 g mehr als das Männchen. Besondere Merkmale der Waldohreule sind die orangegelben Augen und die langen Federohren, die jedoch im Flug und im Ruhezustand ganz angelegt werden können. Entgegen der landläufigen Meinung haben die auffälligen Ohrpinsel, denen die Waldohreule ihren Namen verdankt, nichts mit dem Gehör zu tun, sondern sind reines „Schmuckwerk“. Mit den echten Ohren seitlich am Kopf hört sie selbst das leiseste Quieken einer weit entfernten Wühlmaus. Zur Verstärkung der Hörleistung dient vielmehr der bei der Waldohreule auffällige Gesichtsschleier.

Foto - Sascha Roesner: Waldohreule / CC-BY-SA-3.0

2019 03 Raufusskauz im Flug C.Robiller www.naturlichter.de CC BY SA 3.0Der Rauhfußkauz (Aegolius funereus) ist ein verhältnismäßig seltener Vogel. Der im Frühling und mitunter auch im Herbst seine Anwesenheit durch ein dreisilbiges „Du-Du-Du“, das an den Ruf des Wiedehopfes erinnert, verrät. Ein eigener Horst wird nicht gebaut. Er nistet vor allem in hohlen Bäumen, am liebsten in alten Spechthöhlen. Im April bis Mai legt das Weibchen auf den bloßen Höhlenboden 4 bis 6 weiße Eier, die es selbst 25 bis 31 Tage bebrütet. Auch hier erfolgt der Bebrütungsbeginn mit der Ablage des ersten Eies. Nach weiteren 30 Tagen elterlicher Fürsorge verlassen die Jungen die Höhle, werden jedoch von den Altvögeln noch eine längere Zeit geatzt (gefüttert).

Foto - C. Robiller, www.naturlichter.de: Rauhfußkauz im Flug / CC-BY-SA-3.0

2019 02 Schleiereule Luc Viatour CC BY SA 3.0Im Gegensatz zur Waldohreule ist die Schleiereule (Tyto alba) ein Gebäudebrüter und wohl auch die schönste unserer Eulen. Mit 33 bis 38 cm ist sie etwa so groß wie die Waldohreule. Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden. Das Weibchen wiegt mit durchschnittlich 340 g nur wenig mehr als das Männchen (315 g).

Charakteristisch für die Schleiereule sind die schwarzen Augen und der typische herzförmige Gesichtsschleier, nach dem sie ihren Namen hat und durch dessen Form und Farbe sie leicht von allen anderen Eulen zu unterscheiden ist.

Foto - Luc Viatour: Schleiereule im Flug / CC-BY-SA-3.0