2018 12 Aaskraehe Rabenkraehen Morphe Ian Kirk CC BY 2.0Vielleicht sagt Ihnen der Name Aaskrähe nicht viel, aber zur Aaskrähe gehören zwei Rassen, die Rabenkrähe und die Nebelkrähe. Diese Namen haben Sie jedoch bestimmt schon einmal gehört.

Die Aaskrähe ist in ganz Europa stark verbreitet. Es gibt zwei Unterarten – die schwarze Rabenkrähe (Corvus corone corone), die West- und Südwesteuropa sowie einen Teil Mitteleuropas bewohnt, und die graue Nebelkrähe (Corvus cornix cornix), die im westlichen Europa beheimatet ist, aber auch in Schottland und Irland vorkommt. Die Verbreitungsgebiete dieser beider Arten überlappen sich nur in Mitteleuropa. Die Grenze dieser beiden Rassen in Deutschland bildet die Elbe.

Foto - Ian Kirk: Aaskrähe; Rabenkrähen-Morphe

2018 11 Saatkraehe Rafal Komorowski CC BY SA 4.0Zu Wintersanfang erscheinen große Schwärme von Saatkrähen (Corvus frugilegus), die aus Nord- und Osteuropa südlich ziehen. Die Saatkrähen aus Mittel- und Westeuropa sind Strichvögel. Besonders am Abend kann man am Himmel riesige Schwärme dieser Vögel sehen, die sich tagsüber auf Feldern und Wiesen aufhalten und abends in größere Wälder und Parks fliegen, um dort auf den Bäumen zu übernachten. Fast immer haben sich Dohlen den Krähenscharen angeschlossen. Durch ihre hellen „Kjack-Rufe“, durch schnellere Flügelschläge und ihr kleineres Flugbild verraten sie jedem Kenner ihre Artzugehörigkeit.

Foto - Rafal Komorowski: Saatkrähe

2018 10 Kranichtanz Frank Liebig CC BY SA 3.0deDer Herbst ist die Zeit des Vogelzuges. Größere Vogelschwärme, die in schräger oder keilförmiger Flugordnung (an eine EINS erinnernd) und mit schmetterndem trompetenartigen Geschrei über uns hinziehen, erwecken unsere Aufmerksamkeit. Sie kommen aus ihrer nördlichen Brutheimat, Skandinavien, dem Baltikum sowie dem nördlichen Russland und überqueren dabei Deutschland. Diese eindrucksvollste Vogelart, der wir in unserer Heimat begegnen können, ist zweifellos der 120 bis 130 cm große Kranich (Grus grus).

Foto - Frank Liebig: Tanz der Kraniche

2018 09 Eulen gesamtDie ähnliche Lebensweise und besonders die auffallende Ähnlichkeit der Nahrungsbeschaffung und -zusammensetzung führten zu der Ansicht, dass Greifvögel und Eulen nahe Verwandte seien. In Wirklichkeit sind sie sehr verschieden. Die Bezeichnung „Nachtgreifvögel“ ist darauf zurückzuführen, dass sie, ähnlich wie die Greifvögel, kräftige Läufe besitzen und mit nadelscharfen, bogenförmigen Krallen zum Ergreifen der Beutetiere geeignet sind, dass sie einen ähnlichen hakenförmig gebogenen Schnabel haben und dass ihre Nahrung zum größten Teil aus warmblütigen Wirbeltieren besteht. Eulen erreichen niemals die Dimensionen, die bei den größten Greifvögeln gegeben sind.

Abb.: https://www.ageulen.de

2018 08 Rebhuhn David Galavan CC BY 2.0Das Rebhuhn (Perdix perdix) als ursprünglicher Steppen- und Waldsteppenbewohner war einst ein häufiger Brutvogel sachsenweit bis in waldfreie Gebiete des Erzgebirgskammes. Es bevorzugt reich strukturiertes Offenland, das mit eingestreuten Hecken und kleinen Feldgehölzen, Feldwegen, Rainen, Brachen und Staudenfluren ganzjährig Nahrung und Deckung bietet. Auch werden Kiesgruben, Tagebauflächen, stark gegliederte Siedlungsränder und andere Sonderstrukturen, wie Industrie- und Gewerbebrachen, Flughäfen, aufgelassene Bahnanlagen, Truppenübungsplätze, Deiche u.ä. genutzt.

Foto- David Galavan: Rebhuhn in Irland

2018 07 Maennl.Grosstrappe Администрация Волгоградской Области CC BY Sa 3.0Dort, wo heute nördlich von Leipzig, infolge des Braunkohleabbaus, eine Seenlandschaft mit den Schladitzer, Werbeliner, Zwochauer, Grabschützer und mehrer kleiner Seen entstanden ist, existierte bis Anfang der 1970er Jahre eine waldarme Region in der Leipziger Tieflandsbucht mit eher landwirtschaftlicher Prägung.

Bis zu diesem Zeitraum war dort auch der größte Hühnervogel, die Großtrappe (Otis tarda), als Brutvogel heimisch. 

Foto - Администрация-Волгоградской-Области: Männliche Großtrappe

2018 05 Bienenfresser Pierrre Dalous CC BY SA 3.0Mitte Mai, auf meinem "Vogelkalender" ist ein bunter Vogel abgebildet, dessen Ausbreitung, um diese Zeit, immer meine Aufmerksamkeit weckt. Höhere Temperaturen sind für die Mehrheit von Pflanzen und Tieren vorteilhaft. Die warmen Sommer der vergangenen Jahre haben etliche Arten nach Deutschland gelockt, die unsere heimische Natur bereichern. Eine davon ist der Bienenfresser (Merops apiaster), ein bunt gefiederter Schönling, der es gern warm und trocken hat.

Foto - Pierre Dalous: Bienenfresser in Aktion

2018 04 Wiesenschafstelze Frebeck CC BY SA 3.0Die Schafstelze (Motacilla flava), auch Wiesenschafstelze, wird ca. 15 bis 16 cm groß, ist ein wenig kleiner als die Bachstelze und hat einen etwas kürzeren Schwanz als Bach- und Gebirgsstelzen. Der Rücken ist olivgrün (Jungvögel olivbräunlich), gelb die Unterseite. Diese olivgrüne Färbung ist ein sicheres Unterscheidungsmerkmal zur Gebirgsstelze, die einen grauen Rücken hat. Schafstelzen-Weibchen und die Jungen sind blasser als das Männchen. Der Kopf ist grau mit hellem Überaugenstreif. Der kurze Schnabel und die Beine sind dunkelgrau bis schwarz. Das Weibchen hat im Gegensatz zum Männchen eine etwas blassere Zeichnung und einen graubraunen Kopf.

Foto - Frebeck: Wiesenschafstelze

2018 03 Bachstelze Andreas Nilsson CC BY SA 3.0In der Gattung der Stelzen gibt es drei Arten die auch in unserer Gegend vorkommen, die ich Ihnen vorstellen möchte. Sie fallen dadurch auf, dass sie sich hauptsächlich auf dem Boden laufend fortbewegen, nur gelegentlich werden kurze Sprünge oder Fangflüge eingeschoben. Dabei wird der Kopf vor und zurückbewegt und der Schwanz führt auf- und abwippende Bewegungen aus. Der Flug ist wellenförmig. Auf kurze, fallende Strecken mit angelegten Flügeln folgen flatternde Aufwärtsbewegungen.

Foto - Andreas Nilsson: Weibchen im ersten Schlichtkleid

2018 02 Bergfink Maennchen Estormiz CC 0Heute möchte ich Ihnen drei Vogelarten vorstellen, die im Norden und Nordosten Europas ihre Brutheimat haben, die jedoch wintersüber ohne weiteres als Wintergäste bei uns angetroffen werden können. Es ist der zur Familie der Finkenvögel gehörende Bergfink, der Erlen- und der Birkenzeisig. Sie gehören nicht nur zu den Zugvögeln, sondern auch zu den Invasionsvögeln. Von diesen spricht man, wenn in bestimmten Gebieten nur einmal im Verlauf von mehreren Jahren, dafür aber jedoch in großer Zahl die Art auftritt. So einen Massenzug kennen wir z.B. vom Kreuzschnabel, Tannenhäher, Seidenschwanz, Birkenzeisig und auch vom Bergfink (Fringilla montifringilla).

Foto - Estormiz: Bergfink-Männchen

2018 01 Star Lutz Vetter 022Vogel des Jahres 2018 ein "Allerweltsvogel": Der Star (Sturnus vulgaris)

Dem Waldkauz 2017 folgt nun der mittelgroße Singvogel. Sein Bestand hat in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Er steht inzwischen auf der Roten Listet. In Deutschland schwankt der Bestand des Stars jährlich zwischen 3 und 4,5 Millionen Paaren, je nach Nahrungsangebot und Bruterfolg im Vorjahr. Das sind zehn Prozent des europäischen Starenbestandes. Trotzdem ist der schillernde Geselle ein typisches Beispiel für den stillen Rückgang der häufigen Vogelarten, denn sein Bestand nimmt stetig ab.

Foto - Lutz Vetter: Star mit Beute im Schnabel