Ringeltaube aTrotz einiger Wetterkapriolen hat die bundesweite Vogelerhebung „Stunde der Gartenvögel" die Teilnehmerzahlen vom Vorjahr übertroffen. 46.000 Naturfreunde nahmen an der gemeinsamen Aktion des NABU und seines bayerischen Partners, dem Landesbund für Vogelschutz (LBV), teil. Sie zählten eine Stunde lang die Vögel in ihren Gärten und Parks. Nach der abschließenden Auswertung der gemeldeten Ergebnisse wurden 1,1 Millionen Vögel gezählt. Die Ergebnisse bieten Vergleichsmöglichkeiten mit den Vorjahren und zwischen den Arten. Dabei landet der Haussperling inzwischen traditionell auf Platz Eins der Gartenvogelrangliste, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Blaumeise und Star.

Foto - Klaus Rost: Ringeltaube

„Bemerkenswert ist, dass Arten wie Zaunkönig oder Blaumeise, bei denen man aufgrund des langen Winters Bestandsrückgänge erwartet hätte, die kalten Monate offenbar gut überstanden haben“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Auffällig sei in diesem Jahr das vermehrte Auftreten von Arten, die im Winter starken Zuzug aus dem Norden und Osten erhalten, wie Erlenzeisig oder Gimpel. Mitte Mai sollten die meisten von ihnen längst zurück in ihren Brutgebieten in Nord- oder Osteuropa sein. „Einige unserer Wintergäste haben ihren Winterurlaub offenbar noch bis in den Mai hinein verlängert. Statt nach dem späten Winterende nach Norden oder Osten zurückzufliegen, bleiben sie zum Brüten einfach bei uns“, so Lars Lachmann. Zu diesen Arten zählt auch der Kernbeißer, ein großer Fink mit dickem Schnabel, der dieses Jahr fünfmal so oft beobachtet wurde wie im vergangenen Jahr.

„Erfreulich ist die anhaltende Zunahme des bedrohten Feldsperlings. Sein Bestand im Siedlungsraum hat seit Beginn der Zählungen 2006 um das Dreifache zugenommen. Ernsthafte Sorgen müssen wir uns dagegen um einige unserer beliebtesten Zugvögel machen: Besonders bei Mauersegler und Mehlschwalbe folgte nach der kontinuierlichen Abnahme in den Vorjahren in diesem Jahr ein besonderer Bestandseinbruch.“

(Quelle www.NABU.de)