2018 Lothar Kurth 5718Offenbach, 29.März 2018 – Anfang des Monats befand sich Deutschland in einer meist trockenen, aber sehr kalten östlichen Strömung. Atlantische Tiefdruckgebiete von Westen kamen dagegen kaum an.

Zu Beginn des zweiten Drittels zeigte sich vorübergehend ein Hauch von Frühling, bevor ein aus der Arktis nach Süden wanderndes Hoch mit eisigem Nordostwind erneut zu tief winterlichen Verhältnissen führte.

Foto - Lothar Kurth: Erstes Bad der Spatzen am zweiten Märzwochenende

2018 Lothar Kurth 5771

In der letzten Dekade machte der hohe Druck den Weg frei für Tiefdruckgebiete mit milderer, feuchter Luft aus Westen.

Insgesamt verlief der März 2018 kalt und etwas zu trocken bei nahezu ausgeglichenem Sonnenschein. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Foto - Lothar Kurth: Ein Wochenende danach - ein einsamer Spatz im Schnee
 
Zwei markante Kältewellen und ein Frühlingsintermezzo

Mit 2,5 Grad Celsius (°C) lag im März der Temperaturdurchschnitt um 1,0 Grad unter dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach unten sogar 1,8 Grad. An den ersten Monatstagen herrschte besonders im Nordosten große Kälte: Am 2. meldete Barth, westlich von Stralsund, mit -19,2 °C den bundesweit tiefsten Wert im März. In Vorpommern lagen die Maxima an diesem Tag oft nur bei -7 °C. Die zweite Dekade begann dagegen mit einem Frühlingsintermezzo: Am 11. kletterte das Quecksilber verbreitet über 15 °C. Dabei wurde in Olbersleben, nördlich von Weimar, mit 20,3 °C die höchste Temperatur des Monats gemessen. Ab dem 16. erfolgte dann jedoch von Nordosten her wieder ein jäher Rückfall in winterliche Verhältnisse. So lagen die Tageshöchstwerte am 17. und 18. vor allem in der Mitte Deutschlands teilweise deutlich unter dem Gefrierpunkt. In Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge konnte man in der Nacht zum 19. ein Minimum von -17,1 °C ablesen. Einige Frühlingsblumen, die bereits im Januar aufgegangen waren, blühten im letzten Märzdrittel noch immer.

Insgesamt etwas zu trocken – beachtliche Schneemengen im Norden

Mit etwa 50 Litern pro Quadratmeter (l/m²) fehlten dem Monat elf Prozent zum Klimawert von 57 l/m². Der März 2018 war gekennzeichnet durch extrem winterliche Perioden, gebietsweise mit beachtlichen Schneehöhen. So türmte sich am 1. des Monats die weiße Pracht in Eggebek, südlich von Flensburg, durch den „Lake-Effekt“ der Ostsee bis 40 cm hoch. Selbst in Quedlinburg, das sonst zu den bundesweit trockensten Orten zählt, konnte man am 17. immerhin 20 cm Schnee messen. Besonders in der Mitte Deutschlands sorgte der starke Nordostwind am 17. und 18. in manchen Gebieten örtlich für meterhohe Verwehungen. Der insgesamt meiste Niederschlag fiel im Schwarzwald, mit örtlich mehr als 110 l/m². Dort meldete Baiersbronn-Ruhestein am 13. mit 33,4 l/m² auch die größte Tagesmenge.

Sonnenscheinbilanz ausgeglichen

Die Sonnenscheindauer erreichte im März mit rund 110 Stunden annähernd ihr Soll von 111 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne entlang eines Streifens von der Leipziger Tieflandsbucht über das nördliche Harzvorland bis nach Mecklenburg mit bis zu 145 Stunden. Im Norden Schleswig-Holsteins schien sie dagegen mit örtlich nur etwa 85 Stunden am wenigsten.

Das Wetter in den drei mitteldeutschen Bundesländern im März 2018

(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

Sachsen-Anhalt: Hier notierten die Experten des DWD eine Monatsmitteltemperatur von 2,1 °C (3,7 °C) und eine Niederschlagsmenge von gut 50 l/m² (40 l/m²). Mit fast 130 Stunden (109 Stunden) war Sachsen-Anhalt ein sehr sonniges Bundesland. Am 17. meldete Quedlinburg eine Schneehöhe von immerhin 20 cm. Bei starkem Wind türmte sich die weiße Pracht vor allem im Landkreis Anhalt-Bitterfeld meterhoch auf.


Sachsen: Sachsen war im März mit 1,4 °C (3,1 °C) ein kaltes Bundesland. Die Niederschlagsmenge betrug fast 50 l/m² (47 l/m²) und die Sonnenscheindauer nahezu 125 Stunden (110 Stunden). Böhmischer Wind ließ die Temperatur am 5. auf dem Fichtelberg bis auf 3,7 °C steigen, während sie in Zinnwald-Georgenfeld bei -4,3 °C verharrte. Am 17. wurde in Leipzig nach starken Schneefällen der Bahnhof gesperrt. Westlich von Leipzig war bei Großlehna wegen meterhoher Schneeverwehungen am 18. kein Verkehr mehr möglich. In der Nacht zum 19. sank das Quecksilber in Dippoldiswalde-Reinberg auf -16,8 °C, in Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge auf -17,1 °C.


Thüringen: Im März gehörte Thüringen mit 1,7 °C (2,8 °C) zu den kalten Bundesländern. Der Niederschlag summierte sich auf gut 55 l/m² (52 l/m²) und der Sonnenschein auf etwa 115 Stunden (106 Stunden). Olbersleben, nördlich von Weimar, meldete am 11. März mit 20,3 °C den bundesweit höchsten Temperaturwert. Starker Nordostwind mit Düseneffekt legte in der Nacht zum 18. ein Waldstück auf dem Aschenberg bei Bad Liebenstein, südlich von Eisenach, um. In Erfurt-Bindersleben zählte man im März insgesamt sieben Tage mit Dauerfrost, Meiningen meldete 23 Tage mit Schneedecke.


Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.

Hinweis: Die bundesweiten Spitzenreiter bei Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer finden Sie jeweils am zweiten Tag des Folgemonats als „Thema des Tages“ unter www.dwd.de.