Elke_Goebel_00_DSC02286-2Zum Beginn der Faschingssaison 2012/13 hätte man meinen können, dieser Schwan gewinnt mit seinem "eindrucksvollen Kostüm" am 11.11. am Kulkwitzer See beim Faschingsbaden der Winterschwimmer "Leipziger Pinguine e.V." gemeinsam mit dem "Tauchsportverein Leipziger Delphine e.V." den ersten Preis ... Doch weit gefehlt, es war kein Kostüm - kein weißer Schwan in schwarz, der Trauerschwan war echt ... Er zog die Aufmerksamkeit der Akteure und der zahlreichen Besucher auf sich, bis ihm der Tumult zuviel wurde und er sich zum schützenden Schilf verzog...

Text und Fotos: Elke Göbel - Weitere Informationen: www.kulkwitzersee.de

Elke_Goebel_00_DSC02281-2Zur Info und lt. Wikipedia - Auszüge: Der Trauerschwan (Cygnus atratus) oder Schwarzschwan ist eine monotypische Vogelart aus der Gattung der Schwäne (Cygnus) und der Familie der Entenvögel (Anatidae). Er ist der einzige fast völlig schwarze Schwan. Das natürliche Verbreitungsgebiet des Trauerschwans ist Australien und Tasmanien in Neuseeland ist der Trauerschwan eingebürgert. In Europa kommen ausschließlich ausgesetzte und verwilderte Trauerschwäne vor.

Lt. Wkipedia leben in Deutschland nur geschätzte 50 Exemplare in Freiheit und über das ganze Land verstreut. Schon seit der Antike hat der schwarze Schwan manchmal die Bedeutung von «Ausnahme» seltener Vogel - ähnlich wie «weisser Rabe» so etwa bei Juvenal (vgl.de.wikipedia.org/wiki/Liste_lateinischer_Phrasen/R#Rara). Der schwarze Schwan wurde von Herodot mit dem mythologischen alt-äg yptischen «Pönix aus der Asche» identifiziert.

Weitere Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Trauerschwan - Beobachtungen beim NABU 2012: https://www.nabu.de/aktionenundprojekte/stundedergartenvoegel/ergebnisse/?jahr=2012&ort=&vogelart=Trauerschwan&bundesland=  Dr. Leonhard Kaseks Ausführungen zu dem seltenen Gast am Kulkwitzer See:

Elke_Goebel_00_DSC02205-2Die Heimat der schwarzen Schwäne ist Australien, die bei uns zu sehen sind, sind entwichene Parkvögel (die weißen übrigens auch, das natürliche Verbreitungsgebiet der weißen Schwäne beginnt in Vorpommern und erstreckt sich von dort nach Osten und Nordosten). Nach dem 30-jährigen Krieg wurde es dann Mode, überall Schwäne als Ziervögel zu halten, da sind damals einige entwichen und haben sich als Wildvögel etabliert. So leben zum Beispiel in Holland oder am Unterrhein frei lebende schwarze Schwäne, die sich dem Leben in Freiheit längst angepasst haben.

Elke_Goebel_00_DSC02295-2Da es in Australien im Winter deutlich wärmer ist als bei uns, kann er hier nur milde Winter überstehen. Spätestens, wenn es beginnt zuzufrieren, zieht er an die Küste ab, wo es milder ist und wenn es auch dort ungemütlich wird, weicht er nach Süden oder Westen aus (dort sorgt der Golfstrom für erträgliche Wintertemperaturen). Bei milden Wintern kann der Kulkwitzer See als Lebensraum auch für den schwarzen Schwan durchaus geeignet sein.

Um die Schwarzen Schwäne ranken sich allerlei Sagen. Eine die vor ca. 300 Jahren bei Zwickau entstanden ist, ist die Quelle von Tschaikowskis Schwanensee ! In Rußland waren unsere weißen Schwäne seit dem Ende der Eiszeit immer recht häufig und sie werden dort seit Urzeiten verehrt, die schwarzen sind dort aber in alten Zeiten nicht eingeführt worden. Sie hätten die russischen Winter nicht überlebt. Daher hat die Sage um den Schwarzen bei Zwickau die Russen sehr stark beeindruckt. In Sagen gab es Schwarze Schwäne in Europa schon vorher. Das waren aber freie Erfindungen, auch deshalb waren die Europäer dann sehr erstaunt, als es sich bei der Entdeckung Australiens herausstellte, dass es wirklich schwarze Schwäne gibt.