Naturkundemuseum vor dem Aus - Tierpräparator René Diebitz ab Oktober 2010 arbeitslos

2010-09-22_1024Rene-DiebitzRené Diebitz ist untrennbar mit der Vogelschutzlehrstätte verbunden. Ein Großteil der Präparate tragen seine "Handschrift" und werden von kleinen und großen Besuchern bestaunt und bewundert, denn sie sehen so täuschend lebensecht aus, dass man der Ansicht ist, sie sind nur in "Ruhestellung". Nicht umsonst wird René Diebitz als einer der besten seiner Zunft in ganz Deutschland bezeichnet. Dies belegen unzählige internationale Medaillen wie bei der Weltmeisterschaft in Salzburg 2008 und der Europameisterschaft 2010 in Italien.

Foto: André Kempner (LVZ)

Im Zuge von Sparmaßnahmen beabsichtigt die Stadtverwaltung das Naturkundemuseum in der Lortzingstraße "temporär" (!) bis 2013 zu schließen, um einen Großteil der Betriebskosten zu sparen. Im Klartext heißt das, Einsparung von Personalkosten. Davon betroffen sein wird nun auch René Diebitz ab Oktober 2010.

Aus Mitteln des Konjunkturpaketes wurde erst kürzlich ein neuer Präparationsraum für rund 40.000 € eingerichtet. Also beste Arbeitsbedingungen für den hervorragenden Präparator, der für die konservatorischen Arbeiten der sehr wertvollen und umfangreichen Sammlung an Wirbeltieren im Naturkundemuseum zuständig ist. Dass sein Vertrag nicht verlängert wird, ist eine fatale Entscheidung und mit gesundem Menschenverstand nicht zu begreifen. Museumsdirektor Dr. Rudolf Schlatter bezeichnete René Diebitz als "Er ist der Chailly*) der Tierpräparatoren in Deutschland".

Lothar Kurth

*) Anm. des Autors: Riccardo Chailly ist Chefdirigent des Gewandhausorchesters Leipzig sowie Generalmusikdirektor der Oper Leipzig