Haussperling-Hahn_thumbAuch wenn es jetzt im Garten, abgesehen von den Erntearbeiten, ruhiger wird, verwöhnt uns die Natur mit einer Vielfalt von Farben durch die Herbstlaubfärbung. Der Gesang der Vögel dagegen ist jetzt weitgehend verstummt.

Nicht, weil es nicht mehr notwendig ist einen Partner für die Brut anzulocken, oder das Brutrevier gegenüber Konkurrenten abzugrenzen sondern weil eine Reihe von Brutvogelarten sich bereits auf den Weg in wärmere Gefilde begeben haben. Somit hat sich die Artenvielfalt in unseren Gärten gelichtet.

Foto - Wikipedia: Haussperling

stieglitz-thumbDie Monate September und Oktober sind die beiden Hauptzugmonate, in denen uns die Mehrheit der Zugvögel verlässt. Zurück bleiben höchstens einige Nachzügler, deren Junge einer Spätbrut noch nicht kräftig genug für die große Reise sind. Vielleicht handelt es sich auch um Vögel, die durch günstige Verhält­nisse in ihrem Lebensraum zur Überwinterung angeregt sind. Aber auch eine Reihe von Vögeln, die ganzjährig bei uns verbleiben, zieht jetzt in kleinen Trupps umher und lassen sich auch in unseren Gärten sehen. Es sind Arten die für ihre Nahrung mehr auf vegetarische Kost stehen. Und hier finden sie gerade jetzt in unseren Gärten an den abgeblühten Blütenständen die jetzt Samen ausbilden einen reich gedeckten Tisch.

Foto - Wikipedia: Stieglitz

moenchsgrasmueckeNachdem die Brutzeit ihr Ende gefunden hat, rüsten sich die Zugvögel für den Wegzug in ihre Winterquartiere. Als erste verlassen uns die extremen Langstreckenzieher, die auch am spätesten aus ihren Winterquartieren zurückkamen. Das sind z.B. Mauersegler und Pirol, die meist nur etwa drei Monate im Jahr bei uns sind.

Während die Buchfinkenweibchen den Winter in Südfrankreich oder Spanien verbringen, fliegen die Zaungrasmücken bis nach Abessinien oder dem Sudan.

Foto - Wikipedia: Mönchsgrasmücke

Klaus Rost, Leiter der Vogelschutzlehrstätte, beantwortet unsere Fragen 

Welche Bedeutung hat die einheimische Vogelwelt für die Kleingärtner?

In unseren Kleingartenanlagen findet eine Reihe von Vogelarten Brut- und Nahrungsmöglichkeiten. Sie helfen uns bei der biologischenSchädlingsbekämpfung, indem sie eine Vielzahl von Insekten absammeln. Bedenkt man, dass ein Kohlmeisenpaar während einer Brut ca. 8.000 bis 10.000 Raupen herbeischafft, wird die Nützlichkeit deutlich.

Was können die Kleingärtnerfür die Vögel im Garten tun?

Vogelschutz reduziert sich bei vielen Kleingärtnern auf die Winterfütterung und das Aufhängen von Nistkästen. Wir sollten auch freibrütendeVögel berücksichtigen. Einige bevorzugen Büsche und Hecken zum Nisten .Deshalb sollten mehr Hecken angelegt werden. Sie bieten Nistmöglichkeiten und Zuflucht bei Gefahr und Sturm. Man sollte sich für das Anpflanzen heimischer, fruchttragender Gewächse entscheiden. Deren Früchte sind im Winter eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel. Auch eine Wasserstelle (Vogeltränke) trägt zur Ansiedlung von Vögeln bei, denn Vögel nehmen auch gern ein Bad.

Welche Aufgaben hat die VSL des SLK?

Das Anliegen der Vogelschutzlehrstätte ist seit 55 Jahren, die Propagierung des Natur- und Vogelschutzes nicht nur unter Kleingärtnern, sondern allen Bevölkerungsschichten, insbesondere der Jugend. Wir wollen die Jugend dafür sensibilisieren, dass ihre spätere Welt ebenfalls eine reichhaltige Natur aufweist.