2014_01_Gruenspecht_Hellwig_03_vgrue-10-11Im Gegensatz zu den in der Vergangenheit ausgewählten Vogelarten, die mehr oder weniger nicht so bekannt waren, wurde für 2014 eine Vogelart ausgewählt, die in der Öffentlichkeit bereits einen größeren Bekanntheitsgrad hat. Der Grünspecht ist "Vogel des Jahres" und damit Nachfolger der Bekassine. Das haben die Naturschutzverbände (NABU) und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV) verkündet. Der Vogel steht ausnahmsweise nicht auf der Roten Liste. Bedroht ist er trotzdem. Mit der Auswahl dieses Vogels will man auf das Verschwinden der Streuobstwiesen hinweisen - den Lieblingsort des bunt gefiederten Jahresvogels. Das Interesse am Obstbau sinke, weil Äpfel und Birnen im Supermarkt günstig zu haben seien. Seit 1950 sind bereits 70 Prozent der deutschen Streuobstflächen verschwunden. Die noch vorhandenen müssten unter Naturschutz gestellt werden, so die Kernaussage der Naturschutzverbände.

Foto - Wikipedia, Hans-Jörg Hellwig: Grünspecht

2013_12_Eulenschild_Klaus-Rost_3656Bei Erkundungen in der Natur begegnet man oft einem gelben Schild mit einer stilisierten schwarzen Eule darauf. Wie und warum kam die Eule auf das Schild? "Erfunden" wurde die Naturschutzeule im Jahr 1950 von Kurt Kretschmann, der damals Naturschutzbeauftragter des Brandenburger Landkreises Oberbarnim war. Auf der Suche nach einem einprägsamen Zeichen zur Kennzeichnung von Broschüren und Naturdenkmälern wählte er die Waldohreule als prägnantes Symbol. Später arbeitete Kurt Kretschmann mit am neuen DDR-Naturschutzgesetz und das Schild mit der Eule wurde zum offiziellen Schutzzeichen.

Foto: Klaus Rost

2013_11_Goldammer_Emberiza_citrinella_1_Martin_MecnarowskiDort wo unsere Kleingärten an offene, wechselvolle Landschaften anschließen, an ländliche Wohnlagen und an Feldfluren, kann man auf einen sperlingsgroßen gelben Vogel stoßen - die Goldammer. Eine mit Büschen, Hecken, Gehölzen und Brachflächen durchsetzte Landschaft, mit Bäumen bestandene Landstraßen, Waldränder, leicht „verwilderte" Bauerngärten mit alten Obstbäumen, Unterholz und Brombeerhecken etc. bieten der Goldammer Unterschlupf und Nahrung. Aufmerksam wird man auf die Goldammer auch durch den Gesang, der von Ende Februar bis in den Herbst meist von einer erhöhten Warte aus vorgetragen wird.

Foto: Martin Mecnarowski

2013_10_Wacholderdrossel_Turdus_pilaris_Arnstein-RonningJetzt, in der beginnenden kälteren Jahreszeit, fallen uns Schwärme von drosselgroßen Vögeln mit einer kontrastreichen Färbung auf, welche uns in der übrigen Jahreszeit, da sie dann in unserer Gegend eher als einzelne Exemplare anzutreffen sind, nicht so gegenwärtig sind. Im Oktober ziehen die nordischen Wacholderdrosseln südwärts in die Winterquartiere nach West- und Südeuropa. Sie erscheinen dann als Durchzügler und Wintergast. Besonders wenn sich Zuzügler aus Skandinavien bei uns niederlassen und sich in mehr oder weniger großen Schwärmen über Wacholder-, Sanddorn- oder Holunderbeeren hermachen. Die heimischen bei uns brütenden Wacholderdrosseln überwintern oftmals auch in Mittel- und Südwesteuropa sowie im Mittelmeerraum.

Foto: Arnstein Ronning

2013_09_Uferschwalbe_Durzan_Cirano_wiki_SVANOK_1Im September wird die Hauptzugzeit eingeläutet, in der uns die Mehrheit der Zugvögel verlässt. Der Abzug vollzieht sich nicht so auffällig wie die Ankunft im Frühjahr, denn Zugvögel melden sich nicht ab. Sie sind einfach verschwunden und das wird dem Beobachter erst viel später bewusst. Zurück bleiben höchstens einige Nachzügler, deren Junge einer Spätbrut noch nicht kräftig genug für die große Reise sind. Vielleicht handelt es sich auch um Vögel, die durch günstige Verhält­nisse in ihrem Lebensraum zur Überwinterung angeregt werden. Im letzten Winter waren es Ringeltauben, die verstärkt bei uns überwinterten. Eigentlich ziehen sächsische Ringeltauben, als Kurzstreckenzieher, an die Atlantikküste, um dort den Winter zu verbringen. Auch Rotmilane konnten fast ganzjährig, wenn auch nicht so häufig, beobachtet werden. Selbst ein Hausrotschwanz ging Mitte Januar bei Markranstädt einem Vogelberinger ins Netz.

Foto - Wikipedia: Durzan Cirano, Uferschwalbe

2013_08_Rauchschwalbe_H.HoffmeisterSchwalben zählten in der Vergangenheit als Siedlungs- und Kulturfolger des Menschen auch in der Öffentlichkeit wohl zu den bekanntesten Vogelarten. Sie sind mit Ausnahme der ozeanischen Inseln und arktischer sowie antarktischer Gebiete über die ganze Welt verbreitet. Schwalben als ausgesprochene Zugvögel verbringen ihre Brutzeit während der warmen Monate in Mitteleuropa und überwintern im südlichen Afrika. Im August erfüllten Familienschwärme die warme Sommerluft und zu hunderten saßen sie im Herbst auf den Telegraphendrähten. Doch so idyllisch wie vor wenigen Jahrzehnten ist die Schwalbenwelt nicht mehr. Zu den hierzulande im Binnenland bekanntesten Arten zählen die Rauchschwalbe und die Mehlschwalbe. Weniger bekannt und auch insgesamt weitaus seltener ist in Deutschland die Uferschwalbe. Rauch- und Mehlschwalbe brüten an und in Gebäuden und sind uns daher häufig gegenwärtig.

Foto - Wikipedia: H.Hoffmeister, Rauchschwalbe

2013_07_Graureiher_J.M.Garg_wikipediaAn Flüssen, Bächen, Seen, Teichen und selbst an den kleinsten Gewässern stellt sich ein großer grauweiß aussehender Vogel mit langen Beinen und langem Hals ein. Er ist kein Gartenvogel. Doch ist er auch hier oft auf Nahrungssuche zu beobachten. Vor allem, wenn sich Teiche in unseren Gärten befinden, in denen sich Goldfische, Kois u.a. Fische tummeln. Sicher wissen sie bereits, um welchen Vogel es sich handelt. Es ist der Graureiher oder auch Fischreiher genannt. Der Graureiher ist neben Kranich und Storch unser drittgrößter einheimischer Vogel. Seinen Namen hat er von der Farbe seines Gefieders. Trotzdem sind diese großen Vögel ziemlich leicht. Ein ausgewachsener Graureiher bringt nur etwa 1 bis 2 kg auf die Waage. Seine Flügelspannweite beträgt 155 bis 175 cm.

Foto - Wikipedia, J.M.Garg

2013_06_Mittelspecht_Maren_Winter_wikiNachdem in einer vorangegangenen Ausgabe über die Spechte im Allgemeinen und den Buntspecht im Speziellen berichtet wurde, stehen heute der Mittel- und Kleinspechte im Blickpunkt.
Mittelspechte sehen den Buntspechten sehr ähnlich und werden auch oft mit ihnen verwechselt. Allerdings sind Mittelspechte kleiner (etwa 20 cm) und vor allem sehr viel seltener als Buntspechte. Sein Durchschnittsgewicht liegt bei 58 Gramm. Auch Mittelspechte haben einen roten Schädel, der bei den Weibchen allerdings etwas matter und fast ein bisschen orange wirkt.
Vom Buntspecht unterscheidet er sich vor allem durch den hellen, rundlich wirkenden Kopf, die ausgedehnte rote Kopfplatte sowie den kürzeren Schnabel. Der rote Scheitel reicht bei den Männchen weiter in den Nacken als bei den Weibchen.

Foto - Wikipedia, Maren Winter

2013_05_Buchfink_wikipedia_725px-Fringilla_coelebs_maleIm Buch „Die Vögel" schrieb Alfred Edmund Brehm 1879 „Der Fink ist ein munterer, lebhafter, geschickter und kluger, aber heftiger und zänkischer Vogel" was uns veranlasst, ihn etwas näher kennen zu lernen. 

Die große Anpassungsfähigkeit des Buchfinken machte ihn zu einem unserer häufigsten Singvögel. Mit Ausnahme junger Schonungen brütet er in allen Altersbeständen des Waldes. Gleichermaßen ist er in Parks, auf Friedhöfen und in unseren Gärten anzutreffen, auch Baumgruppen im Feld sowie Alleen, sofern die Bestände eine Mindesthöhe von 8 m erreicht haben.

Foto - Wikipedia: Buchfink

2013_04_Kuckuck_wiki_Reed_warbler„Kuckuck, Kuckuck ruft's aus dem Wald. Lasset uns singen, tanzen und springen. Frühling, Frühling wird es nun bald." Jeder kennt das Lied und hat es vielleicht in seiner Kinderzeit selbst mit Begeisterung gesungen. Und jeder kennt auch den Ruf, der dem Vogel seinen Namen verschaffte. Und ganz wichtig, wenn der Kuckuck ruft sollte man unbedingt Geld in der Geldbörse haben, wenn man diese dann ordentlich schüttelt, so dass es klimpert, dann wird sich über das ganze Jahr hinweg Geld in Ihren Taschen befinden.

Nach der Systematik gehört der Kuckuck zwar nicht zu den Singvögeln, aber aufgrund seines bekannten Rufs wird er fälschlicherweise oft dazu gezählt. Aber nicht jeder hat den Rufer schon einmal gesehen, obwohl er eigentlich in keinem Landstrich fehlt.

Foto - Wikipedia: Teichrohrsänger füttert jungen Kuckuck

2013_03_Buntspecht-Maennchen_wikiBei einem Wald- oder Gartenspaziergang im Frühjahr ertönt zwischen dem Gezwitscher der Singvögel immer wieder mal ein Trommelwirbel - ein unverkennbares Geräusch, an dem schon jedes Kind erkennt, hier ist ein Specht am Werk.
In ratternder Serie hämmert er mit seinem starken Schnabel auf einen morschen Ast oder einen hohlen Baumstamm ein.

Wer denkt, für den Specht ist dabei Holz gleich Holz, der hat weit gefehlt. Der Platz für seinen Trommelwirbel ist wohl gewählt. Eine gute Resonanz ist ihm wichtig, möglichst weit soll es durch den Wald schallen. Aber wozu das Ganze?

Foto: Buntspecht-Männchen / wikipedia/Chatoux