2015 09 Rotmilan Thomas-KraftMit einer weiteren Greifvogelart möchte ich Sie bekannt machen, die wir über unseren Kleingärten beobachten können, wenn wir uns einmal von der gebückten Gartenhaltung aufrichten und gen Himmel blicken. Neben den bereits vorgestellten Arten Turmfalke und Mäusebussard können wir mitunter auch einen bussardgroßen Vogel mit schlanken Flügeln und einem langen Schwanz, dessen Schwanzende eine tiefe Gabelung aufweist, beobachten.

Es ist der nach seinem rotbraunen Aussehen benannte Rote Milan oder kurz auch Rotmilan, im Volksmund auch Gabelweihe (wegen des gegabelten Schwanzes) genannt. Das Flugbild des Rotmilans wirkt majestätisch, wenn er ruhig am Himmel, nach Beute spähend, dahin gleitet.

Foto - Thomas Kraft: Rotmilan

2015 08 Maeusebussard Bjoern-StreyEin weiterer Greifvogel, der mitunter über unseren Gärten seine Runden dreht und hauptsächlich dort auftritt, wo im Umfeld unserer Anlage die Bebauung etwas aufgelockerter ist, ist der Mäusebussard. Mit seinem abfallend „hiääh" klingenden Ruf, der oft im Flug zu hören ist, macht er auf sich aufmerksam.

Sein Erscheinungsbild ist etwa 1/3 größer als das des Turmfalken. Er ist ein mittelgroßer, eher schwerfälliger Greifvogel von gedrungener Gestalt. Im Flug fallen seine breiten Flügel und der relativ kurze gerundete Schwanz auf und der Kopf erscheint zwischen den Schultern eingezogen. Beim Kreisen im Segelflug sind die Flügel deutlich V-förmig angehoben und die Handschwingenspitzen aufgestellt.

Foto - Björn Strey: Mäusebussard

2015 07 Turmfalke Andreas-TrepteHäufig überfliegen Beute suchende Greifvögel unsere Gartenanlagen. Der wohl bekannteste unter den städtischen Greifvögeln ist der Turmfalke

Der Turmfalke ist kleiner und schlanker als eine Krähe. Seine Oberseite ist rotbraun und schwach dunkel gefleckt. Bei alten Männchen sind der Oberkopf, der Hinterrücken und der Schwanz aschgrau. Das Weibchen und die Jungvögel haben eine vollkommen rotbraune Oberseite, welche stark dunkel gefleckt und quer gebändert ist. Der Schwanz ist braun mit mehreren dunklen Querbändern und einer breiten schwarzen Schwanzendbinde. Typisch für den Turmfalken sind seine langen spitzen Flügel. 

Foto - Andreas Trepte: Turmfalke

2015 06 Gartenbaumlaeufer JimfbleakBei Spaziergängen durch die Natur begegnen wir mitunter auch Vögeln, bei denen man nicht gleich auf Anhieb sagen kann, um welche Vogelart es sich handelt, wie z.B. Gartenbaumläufer und Waldbaumläufer. Bei rund 8.600 nachgewiesenen Vogelarten auf der Erde ist es nicht verwunderlich, dass sich darunter auch Arten verbergen, die sich im Aussehen ähneln. Es gibt Vögel, die quasi einen Doppelgänger besitzen, von dem sie feldornithologisch nur schwer zu unterscheiden sind. Dabei gibt es welche, die sich in Gestalt und Färbung, andere, die sich in ihren stimmlichen Äußerungen weitgehend gleichen. Glücklicherweise trifft immer nur das eine oder das andere zu. Ähneln sich also zwei Arten in ihrem Aussehen, so sind sie sicherlich durch ihre Stimme voneinander zu unterscheiden und umgekehrt. Unter den bei uns heimischen Doppelgängern gibt es nur wenige, die sich so verblüffend gleichen wie unsere beiden Baumläuferarten.

Foto - Jimfbleak. Gartenbaumläufer / Bauanleitung Baumläufer-Nistkasten > "UNSERE THEMEN/Bauanleitung Nistkästen" 

2015 05 Eichelhaeher Luc ViatourBei Spaziergängen im Auwald oder in Parks wird man auf „Hiäh"-Rufe des Mäusebussards aufmerksam. Wenn man darauf den Himmel nach dem Rufer absucht und nichts entdecken kann, war es sicher ein anderer Vogel, der uns mit diesem Ruf zum Narren gehalten hat. Beim intensiven Absuchen des Astwerkes der Bäume entdecken wir einen etwa taubengroßen, rötlichgrau gefärbten Vogel mit schwarzweißblau gefärbten Federn an den Flügeln und einer weißlich dunkel gestreiften Kopfhaube. Es ist ein Eichelhäher.

Foto - Luc Viatour: Der Eichelhäher

2015 04 Nilgaense Guenter-SchnitzlerBei unseren Spaziergängen an den neu entstandenen Wasserflächen rund um unsere Stadt, aber auch auf Feld- und Wiesenflächen, kann man häufig relativ „bunte" Gänse beobachten. Dabei handelt es sich um Nilgänse, sogenannte Neozoen. Was sind Neozoen? Als Neozoen bezeichnet man Tierarten, die direkt oder indirekt durch die Wirkung des Menschen in andere Gebiete eingeführt worden sind und sich dort fest etabliert haben.

Foto - Günter Schnitzler: Nilgansfamilie am Rheinufer

2015 03 Weidenmeise Francis-C.FranklinWährend im vorherigen Beitrag die Kohl-, Blau- und Tannenmeise vorgestellt wurden, sollen Sie heute etwas über Weiden- und Sumpfmeise erfahren. Weidenmeise (Parus montanus): Sie ist mit der ihr sehr ähnlichen Sumpfmeise (Parus palustris) ein Beispiel für Zwillingsarten.

Wegen des fast gleichen Aussehens werden beide auch als Graumeisen zusammengefasst. Unterschiede gibt es im Vorkommen und im Verhalten. Wegen ihres Aussehens wird die Weidenmeise auch „Mönchsmeise” genannt. Dieser Name wird ihr auch eher gerecht.

Foto: Francis C. Franklin - Weidenmeise

2015 02 Kohlmeise Kristjan-OsbekIst von Meisen die Rede, dann verstehen wir Kleingärtner darunter meist die Begriffe Kohl- und Blaumeise ohne zu wissen, dass es weltweit weitere 51 Vogelarten gibt, die in ihrem Namen das Wort „Meise" tragen. Entsprechend der Systematik im Tierreich gehören zur Familie der Meisen 46 Arten, davon haben 6 Arten ihre Brutheimat in Deutschland. Zur Familie Schwanzmeisen gehören 7 Arten, zur Familie Beutelmeisen 9 Arten. Von diesen beiden Familien treten jeweils eine Art als Brutvogel in Deutschland auf. Aus der artenreichen Familie der Timalien ist in Mitteleuropa nur die Gattung Bartmeise vertreten.

Foto - Kristjan Osbek: Kohlmeise

habicht wikipediaIllegal abgeschossene, vergiftete oder gefangene Habichte sind nach wie vor trauriger Alltag. Es gibt immer noch einzelne Jäger, die ihn als Konkurrenten bei der Jagd auf Hasen und Fasane sehen. Auch bei Geflügel- und Taubenzüchtern ist der Habicht (Accipiter gentilis) besonders unbeliebt. Das veranlasste den NABU und den bayerischen Landesbund für Vogelschutz (LBV) den Habicht zum Vogel des Jahres zu küren und damit die Aufmerksamkeit auf diesen Vogel und dessen Schutz sowie aller Greifvögel, zu richten. Jährlich stellen Polizisten und Tierschützer in Deutschland Habichtfangkörbe sicher, viele davon in der Nähe von Taubenhaltungen. In einer Leipziger Kleingartenanlage ist 2013 eine Habichtsfalle, ein sogenannter Habichtfangkorb, durch die Polizei sichergestellt worden konnte.

Foto: Northern_Goshawk_ad_M2

2014_12_Wendehals_Carles-Pastor_WikipediaDer Wendehals gehört zur Familie der Spechte. Er ist etwas größer als ein Sperling, hat jedoch einen etwas gestreckten Körperbau. In seinem bevorzugten Lebensraum ist er durch seine braungrauen, linierten und marmorierten Federn vorzüglich getarnt. Er sieht eigentlich aus, wie ein fliegendes Stück Baumrinde mit zwei Beinchen dran. Recht auffällig sind ein vom Nacken zum Bürzel verlaufender dunkler Längsstreif und die schwarzen Querbinden der Steuerfedern.

Beide Geschlechter sind gleich befiedert. Das bekannteste Verhaltensmerkmal ist das auffällige Drehen des Kopfes bei Bedrohung, das dieser Spechtart den Namen gab. Der Wendehals ist ein echter Zugvogel und einziger Langstreckenzieher unter den europäischen Spechten.

Foto: Carles Pastor, wikipedia, Wendehals

2014_11_5180_Feldsperling_Klaus-RostIm vorhergehenden Beitrag hatten wir den Haussperling als eine der bei uns heimischen Sperlingsarten nähergebracht. Beide Sperlingsarten sind Höhlenbrüter und kommen als Brutvogel in unseren Kleingartenanlagen vor. Zur Erinnerung: Sie unterscheiden sich äußerlich dadurch, dass der Haussperling eine graue Kopfplatte hat, während der Feldsperling an seiner kakaobraunen Kopfplatte zu erkennen und im Gesamtaussehen „bunter" gefärbt ist, wohingegen beim Haussperling die eintönig graue Färbung vorherrscht.

Foto: Klaus Rost - Feldsperling