2018 02 Bergfink Maennchen Estormiz CC 0Heute möchte ich Ihnen drei Vogelarten vorstellen, die im Norden und Nordosten Europas ihre Brutheimat haben, die jedoch wintersüber ohne weiteres als Wintergäste bei uns angetroffen werden können. Es ist der zur Familie der Finkenvögel gehörende Bergfink, der Erlen- und der Birkenzeisig. Sie gehören nicht nur zu den Zugvögeln, sondern auch zu den Invasionsvögeln. Von diesen spricht man, wenn in bestimmten Gebieten nur einmal im Verlauf von mehreren Jahren, dafür aber jedoch in großer Zahl die Art auftritt. So einen Massenzug kennen wir z.B. vom Kreuzschnabel, Tannenhäher, Seidenschwanz, Birkenzeisig und auch vom Bergfink (Fringilla montifringilla).

Foto - Estormiz: Bergfink-Männchen

2018 01 Star Lutz Vetter 022Vogel des Jahres 2018 ein "Allerweltsvogel": Der Star (Sturnus vulgaris)

Dem Waldkauz 2017 folgt nun der mittelgroße Singvogel. Sein Bestand hat in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Er steht inzwischen auf der Roten Listet. In Deutschland schwankt der Bestand des Stars jährlich zwischen 3 und 4,5 Millionen Paaren, je nach Nahrungsangebot und Bruterfolg im Vorjahr. Das sind zehn Prozent des europäischen Starenbestandes. Trotzdem ist der schillernde Geselle ein typisches Beispiel für den stillen Rückgang der häufigen Vogelarten, denn sein Bestand nimmt stetig ab.

Foto - Lutz Vetter: Star mit Beute im Schnabel

2017 12 Reiherente Erpel Quirin Herzog CC BY SA 3.0Die Reiherente (Aythya fuligula) - auch ein Verteter der Tauchenten - bewohnte ursprünglich Nord- und Nordosteuropa. Von dort hat sie sich nach West- und Mitteleuropa verbreitet. Hier gehört sie heute mit zu den am zahlreichsten vertretenen Entenarten. Die Populationen West- und Nordwesteuropas sind Stand- und Strichvögel, die Exemplare aus den übrigen Teilen Europas sind Zugvögel, deren Winterquartiere an den Küsten Westeuropas, vorwiegend Englands, und auch im Mittelmeergebiet liegen. Mit 1.000 bis 1.800 Brutpaaren ist die Reiherente während der Brutzeit auf Sachsens Gewässern zuhause.

Foto: Quirin Herzog - Erpel

N2017 11 Tafelente Erpel Fred.leviez CC BY SA 3.0achdem die Stockente (Anas platyrrhynchos) als Vertreter der Schwimm- und Gründelenten vorgestellt wurde, folgt nun als Vertreter der Tauchenten die Tafelente (Aythya ferina).

Das Männchen (Erpel) der Tafelente ist im Prachtkleid unverwechselbar mit dem rostroten Kopf und Hals, dem grauen Rücken, schwarzer Brust und weißen Flanken. Im Ruhekleid sind das leuchtendrote Auge und der schwarze, von einem blaugrauen Querband überzogene Schnabel und der schwarzen Spitze sichere Merkmale.

Foto: Fred Leviez - Erpel

 

2017 10 Schwimmente Stockentenerpel im Flug Alan D.Wilson CC BY SA 2.5Zu jeder Jahreszeit besteht die Möglichkeit auf und an den Gewässern unseres Umlandes Vögel beobachten zu können. Sei es im Frühjahr/Sommer während der Brutzeit oder im Herbst/Winter, wo Durchzügler und Wintergäste unsere Gewässer zur Nahrungssuche und als Rastplatz nutzen. Mit einigen möchte ich Sie vertraut machen.

Die Ornithologen unterteilen die Enten in Schwimm- und Tauchenten. Die Schwimmenten haben einen länglichen Körper und auf dem Wasser einen verhältnismäßig geringen Tiefgang, wobei das Hinterteil erhoben ist. Die Beine setzen nicht auffallend hinten am Körper an. Die Hinterzehe besitzt keinen häutigen Saum.

Foto - Alan D. Wilson: Stockenerpel im Flug

2017 09 Wiedehopf Luc Viatour CC BY SA 3.0Er ist einer der schönsten Vögel, und man möchte ihm gern öfter begegnen, obwohl ihm im Volksmund, zu Unrecht, ein schlechter Leumund nachgesagt wird – dem Wiedehopf (Upupa epops).

Den Ausdruck „Er stinkt wie ein Wiedehopf“ hat wohl jeder schon einmal gehört, aber die wenigsten wissen, auf welcher Tatsache diese Redewendung beruht. Früher wurde allgemein behauptet, dass er seine Bruthöhle nicht sauber halte, dass er den Kot der Jungen nicht entferne, so dass diese bis zum Hals im eigenen Kot säßen. Daraus kursierten in der Vergangenheit in verschiedenen Gebieten auch Namen wie Stinkvogel, Stinkhahn, Kotvogel, Dreckkrämer u.ä.

Foto - Luc Viator: Wiedehopf

2017 08 Gimpel  Ἀστερίσκος CC BY SA 4.0Heute möchte ich ein ungleiches Paar vorstellen. Besonders in sehr schneereichen Jahren tauchen in Ebereschenalleen, an Waldrändern, aber auch in Parkanlagen und Gärten viele buntgefärbte Vögel auf. Entsprechend ihres Aussehens kann man problemlos die Geschlechter voneinander unterscheiden. Es sind massige, ungestreifter Finkenvögel mit auffällig hohem, kurzem Schnabel, bis unter das Auge und zum Kinn schwarzem Oberkopf, schwarzen Flügeln und schwarzem Schwanz, breiter weißer Flügelbinde und im Flug auffälligem weißem Bürzel.

Foto - Ἀστερίσκος: Gimpel-Pärchen

2017 07 Zwergtaucher Andy Vernon CC BY 2.0Wie es schon der Name ankündigt, ist der kleinste unter unseren Tauchern der etwa amselgroße Zwergtaucher (Podiceps ruficollis). Der Zwergtaucher ist scheu und unauffällig und zeigt sich nur selten auf der Wasserfläche. Er ist der einzige europäische Taucher, der regelmäßig zweimal im Jahr brütet. Am Nistplatz meldet sich der Zwergtaucher oft mit einem lauten Trillern. Sonst beschränkt sich sein Ruf auf ein kurzes „bibibibi“ oder ein einsilbiges “nit“.

Foto - Andy Vernon: Zwergtaucher

2017 06 Haubentaucher nottsexminer CC BY SA 2.0Keine unserer einheimischen Wasservögel sind wohl so sehr ans Wasser gebunden wie die Taucher, selten sieht man sie fliegen, noch seltener einmal auf dem Land. Manchmal findet man auch die Bezeichnung Lappentaucher oder Steißfüße; die Zehen sind nicht wie bei den Enten und Gänsen durch Schwimmhäute verbunden, sondern haben nur seitlich Lappen an den Zehen. Steißfüße heißen sie, weil die Unterschenkel völlig im Körper stecken und die Füße erst am hintersten Körperende zutage treten; winzige Federchen stellen den Schwanz dar.

Foto - nottsexminer: Haubentaucher

2017 05 Grauschnaepper L.B.Tettenborn CC BY SA 3.0Der Grauschnäpper (Muscicapa striata), ein unscheinbar gefärbter Vogel, fällt besonders durch sein Verhalten auf. Häufig kann man ihn in aufrechter Haltung auf Zweigen, Telegrafenmasten oder Zaunpfosten sitzen sehen. Von diesen Plätzen aus steigt er oft steil in die Höhe, um fliegenden Insekten nachzujagen. Während des Sitzens zuckt er oft mit den Flügeln und dem Schwanz. An seine Jagdweise ist nicht nur sein gewandter Flug angepasst, sondern auch sein Schnabel.

Seinen Namen verdankt der Grauschnäpper seinem graubraunen Gefieder. Während der Bauch fast weiß ist, zeigen Kehle und Brust einen hellen Grauton, der mit dunklen Strichen gesprenkelt ist.

Foto - L. B. Tettenborn: Grauschnäpper

2017 04 Trauerfliegenschnaepper Steve Garvie CC BY SA 2.0Aus der Familie der Fliegenschnäpper kommen 4 Arten als Brutvögel in Deutschland vor: Der Trauerfliegenschnäpper, der Grauschnäpper, der Halsbandschnäpper und der Zwergschnäpper. Allerdings sind in unserer Gegend nur die beiden erstgenannten Arten als Brutvogel zu beobachten. Es sind kleine Singvögel aus der Verwandtschaft der Drosselvögel mit einem unterschiedlich breiten und flachen Schnabel, der an der Basis mit mehr oder weniger stark entwickelten Schnabelborsten umstellt ist und die Jagd nach fliegenden Insekten erleichtert.

Foto - Steve Garvie: Trauerfliegenschnäpper